45 Grad 27


In dieser Ausgabe dreht es sich um den Ende Juli/August 2016. Augenmerk natürlich auf die 1. DFB Pokal Runde, immerhin gab es dort einige interessante Partien. Die weniger interessanten Partien wurde in reiner Textform beschrieben, was in Ordnung ist.

Ein großer Block ist ein Interview mit 5 Autoren der Fußballfibeln. Sehr interessant, vor allem da die Autoren sehr unterschiedlich sind. Der Auslandteil ist überschaubar, hat aber einige Highlight-Spiele in petto. Die üblichen Choreo-Foto-Seiten sowie einige Spruchbanderklärungen runden das Heft an.

Wie immer hohe Qualität, als Nachschlagewerk mit vielen Infos immer gern gelesen.

Rot-Schwarz am Bosporus

Ein Anhänger des 1. FC Nürnberg verbrachte ein Erasmussemester in der Türkei. 5 Monate konnte er die Kultur aufsaugen, umrahmt von dem was wir alle so lieben: Fußball. Somit ist dieses Buch kein klassisches Fanzine, eher ein Reisetagebuch.

Das hat es in sich. 20 Spielen, 19 in der Türkei und 1 bei den Freunden in Griechenland, gilt es zu besprechen. Auf lockere Art wird hier berichtet, mehr untere Ligen da der Verfasser keine Fankarte hat und somit die erste Liga rausfällt. Zwischendurch gibt es auch Erklärungen vom Leben in der Türkei, Erklärungen abseits des Tourismus. 5 Monate sind sehr viel Zeit, um sich um das Flair des Landes einzulassen.

Es gibt Kontakte zu verschiedenen Fanszenen, Feiereien von Meisterschaften und Jubilaren. Fünf vollgepackte Monate. Das ganze Land wird bereist, dazu der Abstecher nach Larissa. Sehr viel Stoff zum verarbeiten.

Richtig guter Stoff. Holt euch das Ding und taucht für ein paar Stunden in die Türkei ein.

PottGelaber 2012/2013


Der NOFB-Shop verscherbelt die erste und einzige Ausgabe der Proud Generation Duisburg für wenig Geld, da muss man doch mal gucken ob es ein großer Verlust ist. Das Heft behandelt die Saison 2012/2013, bisschen Hopping und ein paar Verein/Gruppen Dinge.

Die Spielberichte sind okay, kann man in der ersten Ausgabe schon mal drüber sehen. Teilweise gut, teilweise kein Lesevergnügen. Viele Bilder, Gesichter werden nicht verpixelt. Die Sektion Stadionverbot darf auch einige Spiele berichten. Der Hopping-Teil beschränkt sich auf 3 Spiele. Die PGDU ist zu Gast in Kroatien, es gibt Gedanken aus der Gruppe und alles zum damaligen Insolvenzverfahren des Vereins.

Highlight stellt ein Interview mit einem Mitglied der Torcida Split, sowas liest man dann doch selten. Abgerundet wird das Heft mit einem Rückblick auf die Amateure.

Was soll man groß sagen? Für ne Erstausgabe in meinen Augen zu wenig und zu unkonstant. Man verpasst nichts und mein Weltbild über die Szene Duisburg wurde auch nicht groß geändert.

Der Daggl 10

Der Köter hat seit Beginn die Messlatte für die Schreiber-Szene hoch gelegt. Die Zusammenkunft von mehreren Schreiber, die selbst früher ein Fanzine veröffentlichten, erwies sich als richtige Entscheidung.

Wie immer werden alle Spiele des 1. FC Nürnbergs besprochen, zwischendurch gibt es mal längere, mal kürzere Reisen. Egal ob Familienurlaub in Italien, Touren durch den Kaukasus und Oman oder einfach nur mal schnell in den Osten. Der Daggl ist gefühlt überall. Das macht auch das Heft aus: Die Vielfalt. Durch die vielen Schreiberlinge kommt auch jeder Bericht anders, jeder hat seinen Stil gefunden von den Reisen und Spielen zu berichten. Das ist hohes Lesevergnügen!

Typisch Daggl gibt es auch eine Zusammenfassung was im Verein seit dem letzten Heft geschah, Fanzine-Berichte und Der Glubb is a Depp. In Ausgabe 10 hat man mit einer UK-Reise sogar einen Cliffhanger zu elften Ausgabe geschafft, wer möchte nicht lesen was schammi dort noch alles sah?

Alles für den Daggl – Lesen!

Leone Verde 18


Der überregionale Vertrieb ist für die grünen Löwen ein Erfolg, daher konnte man auch ohne Umwege die 18. Ausgabe ihres Fanzines beziehen. Es geht um die Frühjahrsaison 2016, wobei ich den Bericht dazu nicht gut fand und er sehr unrund wirkte. Highlights sind das drum herum. Das Interview mit dem Capo der Tornados Rapid zum 20jährigen Jubiläum ist gut.

Dazu gibt es Berichte zu einigen Feiern (50 Jahre Gate 13, 15 Jahre UR & Gate 13, 20 Jahre Alte Garde) welche gut zu lesen sind. Die Highlights der Ausgabe sind die Gruppentattoos und der Nostalgiebericht, welcher nochmal die letzte Meisterschaft ins Gedächtnis ruft. Abgerundet von ein bisschen Groundhopping und einem Choreo-Making-of schließt das Heft ab.

Im Gegensatz zur Ausgabe 17 fällt diese Ausgabe sehr ab. Im Schlusswort wird auch die Zukunft offen gehalten ob man jetzt jährlich oder halbjährlich weiter macht, hier könnte ich mir einen jährlichen Rhythmus vorstellen um die Qualität zu steigern.

STRFZG #1


Fußball trifft Graffiti. Ein interessanter Ansatz des Fuggerstädter und FCA Anhängers. Dies macht sich in der Art des Heftes bemerkbar. Anders als andere Fanzines gibt es hier keine Spiel-für-Spiel Abhandlung, der Autor legt den Wert die Bilder. Dies ist die mittlerweile ausverkaufte erste Ausgabe, ob es eine zweite gibt wird offen gelassen.

Straßenkunst aus Südamerika, Amsterdam, Prag, Australien, Neuseeland, Thailand und Augsburg. Puh, eine Menge Bilder. Neben einigen Spielberichten (z.B. das Sydney-Derby und Relegationshinspiel der Kickers aus Würzburg) gibt es auch in sehr interessantes Interview mit den Silver State Ultras aus Malaysia. Ein solchen tiefen Einblick in eine Szene am anderem Ende der Welt hätte ich hier nicht erwartet.

80 Seiten in Farbe, allerdings mehr Reisetagebuch als Fanzine. Sehr kurzweilig, sehr spaßig. Wenn ihr es in die Hände bekommt, blättert mal durch. Ich würde auch eine 2. Ausgabe lesen.

Leone Verde 17

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Zum 10-jährigen Jubiläum haben sich die Green Lions dazu entschieden, das Heft in den überregionalen Vertrieb zu bringen. Das Leone Verde ist eins der vielen Hefte aus der Fanszene von Rapid Wien. Der Unterschied zu den restlichen Heften der Hütteldorfer ist, das die Gruppe aus Linz stammt und somit ihren Lebensmittelpunkt nicht in Wien hat. Das verspricht ein paar neue Ansichten.

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Im praktischen A5 Format kommt das Heft mit 76 farbigen Seiten daher. Zum Einstieg, da grade durch den NOFB Vertrieb viele neue Leser dazu kommen, gibt es erstmal einen Rückblick auf 10 Jahre Leone Verde. Das gefällt! Weiter gehts mit der Herbstsaison von Rapid Wien. Das Highlight ist das Interview mit dem Capo, welcher nach 12 Jahren Green Lions das Zepter an die nächste Generation weiter gibt. Für den Europapokalherbst gibt es Berichte von allen 4 aktiven Gruppen (Green Lions, Ultras Rapid, Lords Rapid und Tornados). Der gruppentypische Stuff wie Fanszenentuniere, Rechtshilfe und Weststadion kommt auch nicht zu kurz. Zum Abschluss bekommt man noch einen Nostalgie Bericht serviert.

Starkes Heft! Zwar mit 4€ teurer als vergleichbare Hefte, aber der Inhalt überzeugt einfach.

Faszination PL 3

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Von einer Einzelperson wird das Fanzine Faszination PL erstellt, welches sich nur mit Fußball in Polen befasst. Was sich recht einseitig anhört, bringt großes Potential da durch YouTube etc. immer wieder der Blick nach Polen schweift. Doch im Gegensatz zu anderen Heften beschränkt sich dieses Heft nicht nur auf die Highlight Spiele, es gibt auch viel unterklassigen Fußball und da wird man überrascht was im Polen eigentlich noch geht.

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Auf 72 Seiten in schwarz-weiß bekommt der Leser einiges Serviert. Vom Fußball in der höchsten Spielklasse bis zur ranziges Vierten Liga welches sich als Highlight herausstellt gibt es viel aufzusaugen. Im lockeren Stil geschrieben kann man die Ausgabe genüsslich in einem Zug lesen ohne das es zu viel wird. Als Highlight serviert der Autor ein Interview mit den Hooligans von KS Dyskobolia und einen Riot-Bericht aus dem Jahre 1998.

Checkt das Heft aus, für schmale 2€ könnt ihr es im NOFB-Shop kaufen.

Block West Echo 36

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Mit dem Block West Echo hat wieder jede Ultra-Gruppe aus dem schönen Hütteldorf ein regelmäßiges Fanzine. Damit bekommt man, sollte man alle Hefte lesen, die selben Spiele aus 4 verschiedenen Ansichten präsentiert. Die grüne Wiener Fanszene kann stolz darauf sein, das die Fanzine-Kultur bei Ihnen stimmt und sich jeder seinen Favoriten aussuchen kann. Das BWE stammt aus der Feder der Ultras Rapid und erscheint halbjährlich. Die Ausgabe 36 behandelt den Zeitraum vom Saisonstart bis zur Winterpause 2015 sowie alle Aktivitäten der Gruppe die in diese Zeit fallen. Das verspricht mächtig Material.

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Das Heft kommt vollgepackt mit knapp 200 farbigen Seiten. Es wird die Weststadion Kampagne, der Saisonrückblick, die Freundschaften zu Venedig, Athen und Nürnberg und die Gruppe an sich behandelt. So bekommt ihr einen Einblick in den UR Keller und dessen Geschichte. Es gibt Berichte zur Gruppen eigenen Mannschaft, Groundhopping in Genua, Historische Berichte. Das Heft ist krass vollgepackt und ein wirkliches Highlight kann man sich gar nicht rauspicken, dafür hat das Heft ein Konstant hohes Niveau. Es gibt auch viele viele Bilder, richtig krass.

Der einzige Kritikpunkt ist das Format. Ich verstehe dann man soviel Material raus bringen muss, aber im A4 Format, dazu soviele Seiten, macht es schwerer das Heft gemütlich zu lesen. Da bin ich eher der Fan vom A5-Format, das kann man gemütlich im ÖPNV lesen.

Wenn ihr dran kommt, besorgt euch das Block West Echo. Regelmäßig. Verschlingt es. Eine der besten Gruppen in Europa öffnet sich für die Außenwelt, das muss aufgesaugt werden.

Jottwede 4

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Das Jottwede ist mit der 4. Ausgabe am Start und die Berliner waren wieder unterwegs. Das Heft besteht nur aus großen Touren, egal ob fichte von Finnland nach Polen oder mit der Frau in Isreal, Paule in Mexico oder Chris in Mittelamerika: Viele zusammenhängende Reisen. Zwischendurch gibts natürlich auch einzelne Spiele oder kleine Reisen, aber Jottwede steht für lange Reisen!

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Hier schlägt auch ein großer Kritikpunkt von meiner Seite an: Es wird mir in den Reiseberichten zeitweise zuviel über die Reise an sich geschrieben, als darüber wieso man sich ein Fanzine besorgt: König Fußball. Natürlich ist für jeden persönlich die Reise das wichtige einer Tour, als Leser schweift man (zumindest ich) schnell ab wenn über mehrere Abschnitte detailliert beschrieben wird wo man mit einem Auto hinfuhr, was man sah und so weiter.

Ansonsten kann das Heft wieder überzeugen, bei farbigen Seiten wirken auch die Bilder anders. Das gefällt. Am Ende gibt es noch ein Schnappschüsse Best-Of, zwischendurch die bekannten „Andere Länder, Andere Fritten“ und „On the Road….again“ Fotoserien.

Für schmale 3 Euro kann man nichts falsch machen.